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Jugendstil in Rom

Quartiere Coppede - Villa Torlonia - Villino Ximenes

Die Zeit des Jugendstil ist in Rom weniger verbreitet als an anderen Orten Europas, er hielt hier auch später Einzug und einer etwas besonderen Forum. Er ist schwer zu trennen von weiteren Stilelementen, die gleichzeitig in Rom auftraten und schon eher zur Moderne gehören. Beides geschah in etwa im Zeitraum zwischen 1900 und 1930.

Ich habe 3 Attraktionen ausgesucht, die alle im gleichen Stadtviertel liegen, entlang dem Viale Regina Margherita zwischen Piazza Galena und Piazza Buones Aires. Man kann sie also gut in einem Spaziergang verbinden, sollte aber am besten einen ganzen Tag einplanen.

Quartiere Coppede

Beginnen wir mit dem weitesten vom Zentrum enfernt gelegenen Quartiere Coppedè. Um sich nicht schon am Anfang müde zu laufen, würde ich Ihnen - je nach Lage Ihrer Wohnung, die Metro B bis Policlino oder noch besser die Tram 3 bis Buenos Aires empfehlen.

 

Das Viertel Coppedè ist nach dem Architekten Coppedè benannt, der - ähnlich wie Gaudì in Spanien, der zur gleichen Zeit seine berühmten Bauten in Barcelona konzipierte - einen ganz eigenen Stil kreiert hat. Auch die Bauwerke an sich sind völlig unterschiedlich und vereinen Merkmale des Jugendstil mit Elementen der Moderne und anderen, die manchmal auch fast an das 19.Jh., die Biedermeierzeit denken lassen.

 

Am besten, man läuft die Straßen des Viertels, via Tagliamento, via Brenta, via Tanaro etc. in Ruhe ab, die Hausfassaden, Hauseingänge - manchmal kann man auch einen kurzen Blick ins Innere werfen - Brunnen, sind alle besonders, kein Haus gleicht dem anderen....viel Spass af der Entdeckungsreise!

 

Villa Torlonia

Nur einen kurzen Spaziergang auf dem Viala Regina Margherita stadteinwärts bis zur via Nomentana, und in diese links einbiegen, dann stehen Sie nach wenigen Metern vor dem großen Gelände der Villa Torlonia. Eigentlich lohnt das gesamte Gelände mit seinem herrlichen Park und seinen verschiedenen Bauwerken eine Besichtigung - hier residierte übrigens auch Mussolini - aber ganz besonders schön finde ich die Casina delle Civette mit ihren wunderschönen Jugendstilfenstern. Das Bauwerk selbst stammt aus dem 19. Jh. und war eine Art Jagdschlösschen. Aber sehenswert sind vor allem diese Fenster, man findet kaum an einem anderen Ort eine so große Zahl an Fenstern aller Größe und mit den unterschiedlichsten Motiven, in allen Winkeln des Hauses - wirklich einmalig, Sie sollten keineswegs den relativ geringen Eintritt für die Besichtigung scheuen.

 

Obwohl eigentlich keine Verbindung zum Jugendstil besteht, sollte man auch eine Blick in die Serra Moresca werfen und in de zugehörigen Gebäude. ie stammen aus dem 19.Jh. und sind im arabisierenden Stil errichtet - auch ein Augenschmaus!

 

Falls noch Zeit bleibt: besichtigen Sie auch den Hauptbau, das Casino Nobile, aber dafür ist wirklich Zeit erfoderlich, es gibt eine Menge Kunstwerke aus der Zeit von der Antike bis ins 19.Jh.

Villino Ximenes

Villino Ximenes ist eine Jugendstilvilla, die man auch besichtigen kann, allerdings nur mit einer Führung - die meist am Samstag stattfindet. 

Schon von außen sind die vielen Details der Architektur und des Schmuckes an den Mauern sehenswert - man merkt sofort, dass ein ganz eigener "römischer" Jugendstil vorliegt. Das Gebäude trägt den Namen seines Erbauers Ettore Ximenes, der es im Jahre 1902 errichten ließ, er erstellte die Baupläne und konzepierte bis ins letzte alle architektonischen Details selbst, auch die Innenausstattung. Das Villino wurde zu seinem Wohnsitz in Rom.

Man sollte auf jeden Fall - soweit möglich - eine Führung durch die Räume im Erdgeschoß machen, die alle komplett im ursprüngöochen Zustand erhalten sind - einschließlich Einrichtung. Es ist das einzige Villino dieser Art in Rom. Im Obergeschoß werden Zimmer an Studenten vermietet - die Warteliste ist allerdings lang...