Das Zentrum von Rom von der Piazza del Popolo bis zur Piazza Venezia

Über den Pincio und die Spanische Treppe zum Pantheon und Piazza Navona

Die Piazza del Popolo ist für viele eine der schönsten Plätze von Rom, auch wenn andere berühmter sein mögen: Schon der Blick vom Aufstieg zum Pincio auf die Piazza und auf die Achse über die via Cola di Rienzo, die direkt zum Vatikan führt, ist einen Besuch wert.

Um von dieser Piazza zur Piazza Venezia zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten:


Direkt durch die Hauptachse der via del Corso: zu empfehlen insbesondere für diejenigen, die gerne bummeln und die Auslagen der zahllosen Boutiquen betrachten; es gibt Geschäfte aller großen Modemarken, aber auch solche, wo man für jeden Geldbeutel hübsche Sachen finden kann. Hauptsächlich zu empfehlen, sollten Sie sich gerade während des Winter- (Januar bis Mitte Februar) oder Sommerschlussverkaufs (Anfang Juli bis Mitte August) in Rom aufhalten!


Oder aber – und dieser Weg ist mit Sicherheit der romantischere:

Von der Piazza nach oben Richtung Pincio und dann den viale D’Annunzio und danach Viale Trinità dei Monti entlang, vorbei an der Villa Medici, immer mit schönem Ausblick herunter auf die Altstadt und über diese hinweg zur Kuppel des Petersdoms, bis zur Kirche Trinità die Monti am oberen Ende der Spanischen Treppe. Nach der üblichen Erholungspause auf den Stufen dieser bekanntesten Treppe Roms können Sie diese in der bequemeren Richtung, nämlich abwärts, hinter sich bringen und Ihren Weg durch die nicht minder berühmte via dei Condotti fortsetzen. Hier sind von Valentino über Gucci bis zu Armani und Dior alle berühmten Modeschöpfer vertreten, die Auslagen in den Geschäften sollte man unbedingt einmal gesehen haben – übrigens braucht es Ehemännern und allen anderen männlichen Wesen nicht Bange zu werden vor einem etwaigen Kaufrausch ihrer Frauen: die Preise sind auf einem Niveau, dass Normal-Sterbliche kaum in Versuchung geführt werden…..

Nun  ist ein Abstecher zum Mausoleum des Augustus und zur Ara Pacis gleich jenseits der via del Corso möglich, oder man bleibt zunächst auf der via del Corso in Richtung Piazza Venezia bis zu Abzweigung nach links zur Fontana di Trevi. Falls nun die Füße nicht bereits gewaltig schmerzen, empfiehlt es sich, vom Trevibrunnen aus zur via del Corso zurückzukehren und die zu überqueren in Richtung Piazza della Rotanda mit dem Pantheon. Schräg hinter dem Pantheon befindet sich der Elefant Berninis mit einem kleinen Obelisken auf dem Rücken, dahinter finden Sie eine Kirche, weit weniger bekannt als das Pantheon, aber mindestens genauso sehenswert: die einzige gotische Kirche Roms, S. Maria sopra Minerva. - Und nur wenige Meter weiter die Jesuitenkirche S. Ignazio di Loyola am gleichnamigen Platz - auf jeden Fall einen Besuch wert wegen ihrer berühmten Scheinarchitektur!


Von hier geht noch locker ein Abstecher – vorbei an der Kirche S. Luigi dei Francesi mit ein paar bekannten Gemälden von Caravaggio - zur Piazza Navona mit der Kirche S. Agnese in Agone mit der wunderschönen Fassade von Borromini und dem berühmten Vier-Flüsse-Brunnen von dessen Kontrahenten Bernini - : in der Tat drücken 2 der Figuren auf dem Brunnen eindeutig den Abscheu bzw. den Zweifel des Künstlers an den Werken seines Widersachers aus: eine verhüllt vor Entsetzen das Haupt und die andere streckt die Hand aus in Richtung der Fassade, wie um sich vor deren Einsturz zu schützen...Wie man sieht, sind Neid und Mißgunst auch gerade unter großen Persönlichkeiten nichts Ungewöhnliches!


Außerdem kann man vielleicht noch schnell beim „Pasquino“ vorbeischauen, der wohl berühmtesten „sprechenden Statue“ von Rom – sie diente in früheren Jahrhunderten den Bürgen dazu, anonym durch dort angebrachte Zettel ihre Meinung zum Tagesgeschehen zu äußern.


Nach so viel Kultur sollte man sich eine kleine Pause gönnen: nicht weit vom Pantheon, in der via degli Uffici del Vicario, befindet sich die bekannteste und wohl auch beste Eisdiele Roms: Giolitti! Mein Tipp: einen „cono medio“ nehmen, der hat oben einen wundervollen Schokoladenrand, mit 3 Sorten Eis. Hier etwas zu empfehlen ist natürlich schwierig, weil Geschmackssache, aber bei den ca. 40 Sorten, die angeboten werden, ist es eigentlich schade, etwas profanes wie Erdbeer, Zitrone, Schokolade o.ä. zu nehmen, besser sind schon: Himbeer, Crema di Limoncello, Tiramisù, Marron Glace……und so weiter…..!!!!


Oder wenn Ihnen eher der Sinn nach einem guten italienischen Cafè steht: den besten bekommt man an der Piazza S.Eustacchio, praktisch am Weg zwischen Piazza Navona und Pantheon, u.zw. auch verfeinert in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Auch für einen abendlichen Abstecher sind diese Plätze und die sie verbindenden Gassen ideal, es herrscht hier dann mehr Leben als während des Tages dank der vielen romantischen Lokale und der Darbietungen diverser Schausteller und „Künstler“ auf der Piazza Navona.

 
Hier würde ich vorschlagen, den Weg zum Largo Argentina zu nehmen: Auf dem Largo Argentina wurde nicht nur Cäsar ermordet vor der Curia des Pompeius, sondern das Areal um die Tempelruinen ist auch Roms Freiluft-Katzenasyl – schauen Sie mal, ob Sie auf den Fotos eine entdecken!


Und jetzt kommen Sie zum Ende des Rundgangs an der Piazza Venezia. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, also können Sie sich mit Ihren Erkundungen doch auch etwas Zeit nehmen?!